Augmented Reality – oder für Nicht-Nerds: “Erweiterte Realität” – bezeichnet einfach gesagt, die im Auge des Smartphone-Betrachters entstehende Erweiterung der Realität durch Überlagerung eines Kamerabildes mit virtuellen Inhalten. Kurz: Sie richten Ihr Smartphone und die Kamera darin auf den Berliner Reichstag und auf dem Display erscheint neben dem Bild des Reichstages zusätzlich ein virtueller Stadtführer im Comic-Design, der mit lockeren Sprüchen dem Berlin-Besucher aus Fleisch und Blut all sein programmiertes Wissen über den Reichstag in der Welt der Augmented Reality bereit stellt.
Doch wie kommt das kleine Männchen, das mit “Ick bin der Fritz und det, watte hier siehst, det ist der Reichstag mit der Glaskuppel oben druff, die wa hier in Berlin den “Eierwärmer” nennen!” die Führung gerade beginnt, überhaupt in das Smartphone? Und woher weiß der digitale Däumling überhaupt, wo Sie mit Ihrem Smartphone gerade sind? Ein Kernelemet der Anwendungen, die diese Augmented Reality erzeugen, ist die Ausstattung des Smartphones selbst. Kamera, GPS, Kompass, Mikrofon und Lautsprecher sind es, die aus realer Welt und Programm die Augmented Reality enstehen lassen.
Neben Microsofts Windows und dem MAC OS von Apple ist in diesem Bereich der dynamisch ergänzten Realität mit schier endlos denkbaren Anwendungsmöglichkeiten, vor allem das Open Source Betriebssystem Linux interessant. Durch seine Verwandschaft zu dem speziell für Smartphones entwickelten Android, das ebenfalls auf einem Linux-Kernel basiert, bietet sich Linux als quelloffene und freie Software über die Maße als Basis für diese innovative Technik der Augmented Reality an.
Navit, um ein Anwedungsbeispiel zu nennen, macht die besondere Charakteristik quelloffener Software wie Linux und Android deutlich. Mit Kartenmaterial von Openstreetmap, ebenfalls ein freies Projekt, mit einer weltweit aktiven Community, bietet es eine eigene Augmented-Reality-Integration, die dem versierten Entwickler alle Möglichkeiten bietet, seine eigene Augmented-Reality-Anwendung zu realisieren.
Die bereits bekanntesten Augmented-Reality-Apps unter Android sind die Reality Browser “Wikitude” oder “Layar”. Der Begriff “Layar” – als Anlehnung an “Schicht” oder “überlagern” – macht besonders deutlich, worum es geht. Sie halten ihr Smartphone in eine Richtung und der Reality Browser lädt auf Basis der GPS-Daten und der eingebauten “Kompass-Nadel” zusätzliche Informationen aus dem Internet. So bleibt Ihnen die Erfahrung erspart, die ein anderer Gast des Restaurants an der Ecke dort vorn schon mit dem Muschelsalat machen musste.
Ganz gleich, ob der Hintergrund aus dem Internet geladen wird, oder ob der Smartphone-Besitzer eine evtl. kostenpflichtige Software vorab installieren muss, Augmented Reality wird einen Siegeszug über den Globus antreten. Allen Datenschützern und dem viel bemühten George Orwell zum Trotz.